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Schmuggler und alte streifenwege
Camí de Ronda

 Die Schmuggelei war über lange Zeit hinweg ein eng mit unserer Gegend verbundenes Phänomen, und zwar zum einen aufgrund des freien Zugangs über das Meer und zum anderen wegen unserer grenznahen Lage.  Als Folge der ständig wiederkehrenden wirtschaftlichen Krisen griff die Schmuggelei immer weiter um sich, bis die um ihr Geschäft bangenden Unternehmer schließlich selbst Hand anlegten und 1904 die Verabschiedung eines Gesetzes gegen Schmuggelei und öffentliche Betrugsdelikte durchsetzten. Das Gesetz tat den Schmuggelgeschäften jedoch keinen Abbruch, und mit Beginn des Ersten Weltkriegs setzten sogar viele Unternehmen selbst  auf die Karte des Schleichhandels, eines Geschäftsgebarens, das später hier bei uns aufgrund eines Betrugs mit Maschinen gleichen Namens die Bezeichnung estraperlo erhielt.  Die mit der Schaffung eines gemeinsamen Marktes einhergehende Aufhebung nationaler Grenzen hat dazu geführt, dass unsere Heimat für den Schmuggel kaum noch interessant ist. Einschlägige Geschäftemacher sind heute eher im Süden der Iberischen Halbinsel zu finden, obgleich die Fischer und die Zivilgarde auch hier bei uns immer wieder einmal die eine oder andere auf dem See  oder Landweg herantransportierte Schmuggelladung sicherstellen. 

Die alten Streifenwege  

 Im Baix Empordà wurde der Schmuggelhandel im wesentlichen über das Meer abgewickelt. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nahm man die Verfolgung dieses Schleichhandels jedoch nur vom Land aus vor, nachdem es den verschiedenen Regierungen an einer entsprechenden Infrastruktur zur Verfolgung auf dem Wasser fehlte. Die alten Streifenwege waren also von größter Bedeutung: für die einen, um schnell verschwinden, und für die anderen, um erstere leichter verfolgen zu können.   Ihrer Herkunft nach dienten diese in unserer Heimat der Küstenlinie folgenden Wege einem ganz anderen Zweck: hier taten die Wachen ihren Dienst, die die Bevölkerung, zwischen Festung und Festung, vor drohender Gefahr warnen und den Weg zur Flucht ermöglichen sollten. Diese den Einheimischen wohl bekannten Streifenwege wurden später dann zum Schauplatz regelrechter Kämpfe zwischen Schmugglern und ihren Verfolgern. Genutzt wurden sie aber gleichermaßen von den Anwohnern, den Viehzüchtern und den Fuhrleuten.   Mit der Verbesserung der örtlichen Straßenverhältnisse und dem zunehmenden Einsatz von Kraftfahrzeugen gerieten die alten Streifenwege in Vergessenheit und wurden stellenweise auch durch den einsetzenden Bauboom versperrt.  Seit Jahren versucht man nun, diese früheren Küstenpfade wieder populär zu machen. Die Gemeindeverwaltungen des Baix Empordà konnten bereits etliche Kilometer wieder zur allgemeinen Nutzung freigeben. Die Streifenwege verlaufen in Bereichen, in denen Festland und Meer in engstem Kontakt miteinander stehen, und eignen sich so ideal für Spaziergänge in einer immer noch intakten Landschaft von außerordentlicher Schönheit.


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